In der Schule Gottes

Aus dem Worte Gottes klingt folgende, liebevolle Einladung des Herrn Jesus unseres Schöpfers, Erlösers und zukünftigen Königs:

 

 „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken“ Matt.11,28. Diese Verheißung will Gott schon in dieser Zeit erfüllen und später im Leben auf der neuen Erde völlig entfalten. Wer diese Einladung beherzigt, wird als Kind Gottes bezeichnet und angenommen.

 

Über die neue Erde wird Folgendes gesagt:

 

„Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ Offb 21,4

 

Eine ideale, und doch eine reale neue Welt ist von Gott verheißen worden. Wo liegt das Geheimnis des Idealen? Werden die zukünftigen Bewohner nicht fähig sein dieses Ideal zu stören? In der Offb. 21,17 lesen wir: „Und man wird die Herrlichkeit und die Ehre der Nationen zu ihr bringen. Und alles Unreine wird nicht in sie hineinkommen, noch derjenige, der Gräuel und Lüge tut.

 

Solche Bedingungen erfüllen zu können, kommt nicht von alleine und ist nicht leicht. Um in der letzten Sichtung nicht durchzufallen, muss jedes Kind Gottes in eine spezielle Schule – in die Schule Gottes. In dieser Schule wird das Gottgewollte beigebracht und geübt. Es wird gelernt, dass die äußere Schönheit nicht alles ist, sondern der Charakter entscheidet, der in dieser Schule hauptsächlich geformt wird. Weil dorthin auch solche kommen, die ihren Charakter bereits geformt haben, müssen sie Einiges verlernen und Anderes erlernen.

 

Lautere Gedanken zu haben ist die Grundlage des Charakters – ein Wechsel von Negativem zu Positivem wird hier betont und geübt. Z. B. bei Unheil nicht Gott Vorwürfe zu machen, sondern wie Hiob, der, obwohl alles verloren hatte, in aller Demut sagte: „Nackt bin ich aus meiner Mutter Leib gekommen, und nackt kehre ich dahin zurück. Der HERR hat gegeben, und der HERR hat genommen, der Name des HERRN sei gepriesen! Bei alldem sündigte Hiob nicht und legte Gott nichts Anstößiges zur Last.“ Hi 1,21

 

 Auch Jakob, der Urvater Israels, des Volke Gottes, wollte, obwohl ihn ein Engel Gottes zum Krüppel machte, ihn nicht los lassen, bis er ihn segnete. Oder Paulus, der einen schmerzhaften Stachel in seinem Leibe tragen musste, rühmte sich sogar des Leidens. Es gab noch viele Andere, die die Schule Gottes mit unbegreiflicher Freude, Geduld und Demut bejaht haben.

 

In dieser Lebensschule werden nicht nur Gefühle und Gedanken geläutert, sondern auch das Praktische des Alltags wird befolgt und geübt. In der Sprachkunde wird das Sprechen von den groben, frechen, beleidigenden Worten zu ehrbar sanften, lieblichen und weisen Worten geführt.

 

Auch das Schauen wird unter Kontrolle gestellt. Verraten meine Augen Zorn oder Freude? Welche Programme schaue ich mir an: Schöne Bilder der Natur oder grausame, voller Gewalt?

 

In der Schule Gottes wird auch der Gehorsam bewandert - das Handeln unter die Kontrolle der Regeln Gottes, des Moralgesetzes, gesetzt. Es wird offengelegt, dass das Befolgen dieses Gesetzes ein Zusammenleben in Frieden mit Gott und den Mitmenschen garantiert. Dies gilt schon jetzt, aber besonders für die neue Erde. Auch dort müssen die Gebote beachtet werden, auch dann, wenn keiner gerade zuschaut. Ein Beispiel soll es veranschaulichen:

 

Ein Beifahrer drängelt: „Fahr doch schneller!“ „ Es geht nicht“, antwortet der am Steuer: „hier sind nur 50 kmh erlaubt!“ „Aber da sind doch keine Blitzanlage oder ein Polizeiwagen in Sicht!“ wendet der Andere an. „Auf der neuen Erde werden auch keine Blitzanlage und Polizei sein, trotzdem werden alle dort die Regeln befolgen!“, setzte der Fahrer fort.

 

Satan bemüht sich mit aller Raffinesse, die Menschen zu verleiten, den von Gott verlangten Gehorsam zu missachten. Für seine Versuchungen muss er sich jedoch erst bei Gott eine Erlaubnis holen. Nach Bedarf des Einzelnen lässt Gott dann einiges zu. In Lukas 22,31.32 steht geschrieben: „Der Herr sprach: Simon, Simon, siehe, der Satan hat sich ausgebeten euch wie den Weizen zu sichten (sieben)“.

 

Aber der Mensch steht in der Sichtung nicht allein, denn der Herr Jesus sagte weiter: „Ich aber habe für dich gebetet (gefleht), dass dein Glaube nicht aufhöre.“ Er erbittet bei Seinem Vater, uns genug Kraft zu geben, um ständig nüchtern zu bleiben und den Glauben nicht zu verlieren. So entscheidet in beiden Fällen der liebende Gott, wie viel Leid und Schmerz uns der Satan zumuten und zufügen darf, und wann ein Verteidigungseingriff Gottes zu erwarten ist.

Solche Maßnahmen sind nur schwer mit einem liebenden Gott zu vereinbaren; und doch steht im Hebräer 12,8 geschrieben: „Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt.“ Dieses Vorgehen Gottes, verbunden mit Leid, ist eingebaut im Plan Gottes für unsere Errettung. Wer sich vor ihm verschließt, betrügt sich selbst!

 

Für einen guten Erfolg muss allerdings auch der Mensch seinen Teil beitragen: “Seid nüchtern, wacht! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann.“ 1 Ptr 5,8 Nüchtern zu wachen kostet Zeit und oft große Mühe. Das Schlimme dabei ist, dass der Löwe aus einer Lauer kommt.

 

In der Schule Gottes, die zur Buße führt, soll der Mensch für das Leben auf der neuen Erden vorbereitet sein. Darum spricht Gott den Menschen an, und das auf verschiedene Weise; vor allem durch seine Boten. Auch in der Krankheit oder einem Unheil, kann Gott selbst und auch Sein Wille erkannt werden. Härtere, sogar harte Maßnahmen lässt Er zu, wenn gute Worte nicht ausreichen, um Ihm zuzuhören und ernst zu nehmen.

 

 Leid und Schmerz sind nicht immer Folgen des Ungehorsams, sondern es können auch Maßnahmen sein, die zur Veredelung unserer Charaktere dienen. Viele aufrichtige Nachfolger haben es selbst erfahren. Paulus sagte: „Wir danken Gott auch für die Leiden, die wir wegen unseres Glaubens auf uns nehmen müssen; denn Leid macht geduldig, Geduld aber vertieft und festigt unseren Glauben, und das wiederum gibt uns Hoffnung.“ Rö 5,3.4

 

Auch der Herr Jesus ging durch eine solche Schule Gottes mit einem guten Ergebnis. Im Hebräerbrief  5,7.8 heißt es:

 

“Dieser (Jesus) hat in den Tagen seines Fleisches sowohl Bitten als auch Flehen mit lautem Rufen und Tränen dem dargebracht, der ihn aus dem Tod erretten konnte, und ist auch erhört worden um seiner Gottesfurcht willen. Und obwohl er Sohn war, hat er doch an dem, was er litt, den Gehorsam gelernt“

 

 Hier scheint ein Widerspruch zu der Aussage in 1.Petrus 2,22 zu sein: „Er, (Christus) der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand;“ Nicht, dass Er vorher ungehorsam gewesen wäre, sondern durch das Leiden hat sich Sein Gehorsam gefestigt. Eine solche Erfahrung empfiehlt Er uns allen, zu machen.

 

„Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir“ Mat 16,24. Auch dies sagte der Herr Jesus: „Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, kann nicht mein Jünger sein.“  Lu 14,27

 

Das Tragen des Kreuzes des Leidens ist eine freiwillige Entscheidung jedes Einzelnen. „... So spricht der HERR: Siehe, ich lege euch den Weg des Lebens vor und den Weg des Todes“ Jer 21,8. Gleichzeitig rät Er: „Geht hinein durch die enge Pforte! Denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der zum Verderben führt, und viele sind, die auf ihm hineingehen.“ Mat 7,13  Auf einem solchen Weg klagt der Psalmist David: „Abends und morgens und mittags klage und stöhne ich; und er hat meine Stimme gehört.“ Ps 55,18

 

Weil die Erfahrenen aus eigenen Erlebnissen wussten, wie schwer es ist, „stärkten sie die Seelen der Jünger und ermahnten sie, im Glauben zu bleiben, und sagten: „Wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen“ AG 14,22. Und es soll, laut der Prophetie, immer schlimmer werden: „Denn es wird eine Zeit so großer Trübsal sein, wie sie nie gewesen ist, seitdem es Menschen gibt, bis zu jener Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk errettet werden, alle, die im Buch geschrieben stehen“ Da 12,1. In dieser schweren Zeit sind folgende Worte wie ein Balsam für eine wehmütige Seele:  „Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert?“  Rö 8,35

 

Über Diejenigen, die diese gute Schule Gottes erfolgreich absolviert haben, beharrlich und ehrlich für eine Veredelung des Charakters gekämpft haben, steht in der Offenbarung 7,14 Folgendes geschrieben:

 

„Und einer von den Ältesten ergriff das Wort und sprach zu mir: Wer sind diese, die mit weißen Kleidern bekleidet sind, und woher sind sie gekommen? Und ich sprach zu ihm: Herr, du weißt es! Und er sprach zu mir: Das sind die, welche aus der großen Drangsal kommen; und sie haben ihre Kleider gewaschen, und sie haben ihre Kleider weiß gemacht in dem Blut des Lammes.“ Offfb 7,14

 

 „Glücklich, die das Recht bewahren, die Gerechtigkeit üben zu aller Zeit!“ Ps 106,3 „Glückselig sind, die seine Gebote tun, damit sie Anrecht haben an dem Baum des Lebens und durch die Tore in die Stadt eingehen können.“ Offb 22,14

 

Hinfort gehen sie nicht mehr durch eine enge Pforte, wie in der alten Welt. Jetzt begeben sie sich in das neue Jerusalem durch riesige Tore, die aus prunkvollen Perlen bestehen, zum Baum des Lebens, auf der neuen Erde. In eine Welt, in der jede Träne von ihren Augen abgewischt ist, und der Tod nicht mehr ist, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz; denn das Erste ist vergangen.

 

“Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat! Der dir alle deine Sünden vergibt und heilt alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit.“ Ps 103,4