Fürchtet Gott und gebt Ihm die Ehre!

Wie ein goldener Faden ziehen sich durch die ganze Bibel – die von Gott inspirierte heilige Schrift - drei Hauptthemen. Das erste ist das kosmische Moralgesetz, die zehn Gebote Gottes, die Grundlage der Herrschaft Gottes im ganzen All. Da die Herrschaft Gottes ewig dauert, gilt auch das Moralgesetz unveränderlich für alle Ewigkeit. (Psalm 89,15)

 

Das zweite Hauptthema, das sich wie ein goldener Faden durch die ganze Bibel zieht, ist das ewige Evangelium zur Rettung eines reuigen Sünders und zur Heiligung des bekehrten Menschen.

Das dritte Thema, das sich auch wie ein goldener Faden durch die ganze Bibel zieht, sind besondere zeitlich aktuelle Botschafent, die angepasst sind an den geistlichen Bedarf der Menschen, vor allem an den des Volkes Gottes. Zum Beispiel:

 

Noah predigte über die kommende Sintflut. Der Prophet, Elia, rief: „Wie lange wollt ihr auf beiden Seiten hinken? Ist der Herr Gott, so folgt ihm nach, ist es aber Baal, so folgt ihm!“ Johannes der Täufer war dazu erwählt den Weg für den kommenden Messias vorzubereiten. Die Botschaft des Apostels Paulus sollte beweisen, dass dieser Jesus von Nazareth der versprochene Messias war. Dr. Martin Luther sprach gegen die praktizierten unsinnigen „Werke des Glaubens“. Die Frage ist heute welche gegenwärtige Wahrheit der Bibel für die Endzeit bestimmt ist.

 

Vor der Wiederkunft des Herrn Jesus sollte für die sterbende Welt die letzte Warnungsbotschaft verkündigt werden! Diese Botschaft wurde in der Prophetie über die 2300 Abend-Morgen im Buch Daniel, Kapitel 8 und 9, entdeckt. Es ist interessant, dass sie in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts gleichzeitig weltweit von vielen Bibellesern entdeckt und verkündigt wurde. Diese neu entdeckte Prophetie, in Verbindung mit noch weiteren Prophezeiungen der Bibel, hatte besonders unter den Christen zu einer allgemeinen geistlichen Erweckung geführt. Allein in Amerika, im Gebiet von Neuengland, waren es um die 500.000 Gläubige, die für die neue Botschaft eiferten.

 

Bei genauem Studium und genauer Übersetzung führt diese Daniel-Prophetie zu einem bestimmten Ereignis, das am 22. Oktober 1844 in Erfüllung gehen sollte. Dort steht unter anderem Folgendes: “Auf dem Flügel des Altars wird entsetzlicher Gräuel sein (Transsubstantiation); progressive Klärung (Reformation) und Scheidegericht (Untersuchungsgericht) werden über den entsetzlichen Gräuel kommen.“ Dan. 9,25-27

 

Damit führt die Prophetie von 2300 Abend-Morgen zu einer gegenwärtigen Prophetie über ein Gericht, von dem die Offenbarung des Johannes, Kapitel 14, auch spricht. Dort ist diese Prophetie als ein Bestandteil der „Dreifachen Engels Botschaft“ erkannt worden. Diese ist die allerletzte Warnungsbotschaft der Bibel.

 

Im Weiteren werden hier die einzelnen Botschaften dieser drei Engel betrachtet.

 

Die gegenwärtige Botschaft des ersten Engels

Diese Botschaft besteht inhaltlich aus drei Teilen.

 

1. Teil

„Und ich sah einen anderen Engel hoch oben am Himmel fliegen, der das ewige Evangelium hatte, um es denen zu verkündigen, die auf der Erde ansässig sind, und jeder Nation und jedem Stamm und jeder Sprache und jedem Volk. (Of 14,6 / Elb)

 

 Hier spricht der Engel noch von keiner Botschaft. Vielmehr geht aus diesem Vers hervor, dass diesem Engel (Gabriel) die ernste Aufgabe anvertraut wurde, die Menschen zu allen Zeiten der Geschichte mit dem ewigen Evangelium bekannt zu machen. Beginnend mit Adam und Eva wurde das Evangelium --- zu jeder Zeit allen Nationen, Stämmen und jedem Volk auf verschiedene Weise verkündigt.

 

2.Teil

„Und er sprach mit lauter Stimme: Fürchtet Gott und gebt ihm Ehre! Denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen.“ (Of 14,7a) In Verbindung mit der Prophetie von den 2 300 Abend-Morgen hat tatsächlich im Universum ein Gericht begonnen. (Dan Kap. 8)

 

Dieser Engel, der erst jetzt im Vers 7a spricht, kommt mit einer zusätzlichen Botschaft zum ewigen  Evangelium, die nach Bedarf zum gegenwärtigen Zustand des Volkes Gottes besteht. So wie zu dieser Zeit das Evangelium keine neue Botschaft ist, so auch die Aufforderung „Fürchtet Gott und gebt Ihm die Ehre“ nicht. Warum dann dieser neue und ernste Aufruf des Engels?

 

Furcht und Angst sind nicht gleichbedeutend. Im Gegensatz zur Angst ist die Furcht immer objektbezogen. Dementsprechend gibt es eine besondere Furcht gegenüber den Eltern oder dem Vorsteher, der Polizei oder dem König usw. In der Furcht vor Gott steht der Mensch einer unvorstellbaren Herrlichkeit gegenüber, dem konsequenten Herrscher des ganzen Universums, der aber auch voll Liebe und Barmherzigkeit ist.

 

Was es bedeutet Gott zu fürchten wird in Josua 24,14 erklärt: „So fürchtet nun den HERRN und dient ihm in Aufrichtigkeit und Treue!“ (Elberfelder) „So fürchtet nun den HERRN und dient ihm aufrichtig und in Wahrheit!“ (Schlachter)  „So fürchtet nun den HERRN und dient ihm treulich und rechtschaffen!“ (Luther) Mit anderen Worten: Dient Ihm in rechtem Gehorsam seinen Geboten gegenüber!

 

Schon lange Zeit wird dort, wo man nach der Bibel von Rechtschaffenheit oder vom Halten der Gebote Gottes sprechen sollte, wiederholt nur gesagt: „Habe eine Beziehung zu Jesus!“, was jedoch mehr nach einem Gefühl klingt ohne bestimmte Richtlinien. Auf diese Weise wird diese ernste Aufforderung, Gott zu fürchten immer mehr geschwächt und verwässert. Die Schwächung der Furcht vor dem himmlischen Gericht geht so weit, dass man sagt: „Wir brauchen uns vor dem Gericht Gottes nicht zu fürchten, denn wir haben dort unseren Verteidiger, den Herrn Jesus, auch wenn wir weiter sein Gesetz übertreten.“

 

Die fehlende Furcht vor Gott spiegelt sich auch in der Furchtlosigkeit bzw. Respektlosigkeit unter den Menschen zueinander wider. Sie fehlt erschreckend in jeder Beziehung untereinander, beginnend bei den Erwachsenen über die Jugendlichen bis zu den Kindern.

 

3.Teil

Der letzte Teil der Botschaft dieses ersten Engels lautet: „Und betet den an, der den Himmel und die Erde und Meer und Wasserquellen gemacht hat!“ (Offb.14,7b) Dass Gott alles geschaffen hat, wussten die Christen schon immer. Warum benötigt es für die letzte Zeit eine extra Erinnerung an den wahren Schöpfer.

 

Es ist eine Tatsache, dass gleichzeitig mit der Verkündigung der ersten Engelsbotschaft, die um das Jahr 1830 begann, gegen Ende des Jahres 1831 ein britischer Naturforscher, Charles Darwin, auf die Bühne der Weltgeschichte trat und Berühmtheit erlangte. Er änderte mit seinem Werk – „Die Entstehung der Arten“ – das Weltbild des Menschen und die bis dahin kaum hinterfragte Schöpfungsgeschichte völlig. Die Grundlage der heutigen Evolutionslehre war geboren.

 

Um die Evolutionstheorie später zu retten, die hauptsächlich wegen des Lehrpunktes vom Urknall nicht mehr haltbar war, ist eine neue Theorie von Christen erfunden worden.

 

Nach dem physikalischen Gesetz von Ursache und Wirkung (Kausalität), fehlte die Ursache für den Urknall als Beginn der Evolution. Diese erfand man, indem man Gott in die Evolution hineinzog. Es heißt seitdem, dass Gott den großen Urknall auslöste; den Rest - die Entstehung aller Dinge - hätte die Evolution übernommen. Eine neue Lehre war geboren, die „Theistische Evolution“. Diese ist noch verführerischer als die direkte Evolution von Charles Darwin. Sie wird heutzutage fast vom gesamten Christentum akzeptiert. Gegen diese abtrünnige Lehre, die heute noch aktueller als bei ihrer Entstehung ist, tritt der erste Engel aus Offenbarung 14,7.

 

Die gegenwärtige Botschaft des zweiten Engels

Diese Botschaft besteht inhaltlich aus drei Teilen.

 

„Und ein anderer zweiter Engel folgte und sprach: Gefallen, gefallen ist das große Babylon, das mit dem Wein seiner leidenschaftlichen Unzucht alle Nationen getränkt hat.“ (Of 14,8)

 

Diese Botschaft wurde später in Offenbarung 18, 1–5, durch einen weiteren, starken, sehr laut rufenden Engel bekräftigt und ergänzt: „Und nach diesem sah ich einen Engel aus dem Himmel herabsteigen, der hatte große Vollmacht, und die Erde wurde erleuchtet von seiner Herrlichkeit.

 

Und er rief kraftvoll mit lauter Stimme und sprach: Gefallen, gefallen ist Babylon, die Große, und ist eine Behausung der Dämonen geworden und ein Gefängnis aller unreinen Geister und ein Gefängnis aller unreinen und verhassten Vögel. Denn von dem Glutwein ihrer Unzucht haben alle Völker getrunken, und die Könige der Erde haben mit ihr Unzucht getrieben, und die Kaufleute der Erde sind von ihrer gewaltigen Üppigkeit reich geworden. Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel, die sprach: Geht hinaus aus ihr, mein Volk, damit ihr nicht ihrer Sünden teilhaftig werdet und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt! Denn ihre Sünden reichen bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Ungerechtigkeiten gedacht.“

 

1.Teil:

Obwohl Babylon hier als eine große Behausung dargestellt ist, mit der die Völker und die großen Regenten in Verbindung sind, ist es nötig diesen Begriff „Babylon“ auch in seiner tieferen Bedeutung zu verstehen. Hier steht nicht direkt: Geht aus den großen oder sonstigen Kirchen hinaus, sondern „geht aus Babylon“. Denn was würde es helfen, wenn man zwar aus einer Kirche austritt, aber die Religion samt ihrer Tradition und ihren Bräuchen mitnehmen würde.

 

So stellt sich die große Frage: Was ist heute, nach etwa 2.600 Jahren unter Babylon zu verstehen, und warum wird hier gerade Babylon erwähnt, denn Medo-Persien, Griechenland und Rom sind auch gefallen, wie das Buch Daniel berichtet.

 

Da heute das geographische Babylon nicht mehr existiert, ist es offensichtlich, dass heute unter diesem Babylon ein Symbol für ein geistliches Babylon zu verstehen ist. Weil es sich in der obigen Botschaft um eine sehr ernste Warnung handelt, begeben wir uns auf die Suche nach einer klaren Definition dieses Begriffs. Die Antwort auf diese Frage liegt in der Geschichte Babylons und in der erwähnten Unzucht, die im Buch Daniel, Kapitel 5, zu finden sind.

 

2.Teil:

(Daniel 5,23-30) „Der König Belsazar veranstaltete für seine tausend Großen ein prächtiges Mahl (…) Und während er sich den Wein schmecken ließ, befahl Belsazar, man solle die goldenen und silbernen Gefäße herbeibringen, die sein Vater Nebukadnezar aus dem Tempel in Jerusalem weggenommen hatte. (…) Da wurden die goldenen Gefäße (die dem wahren Gott geweiht wurden) herbeigebracht, (…) und der König trank daraus samt seinen Großen, seinen Frauen und seinen Nebenfrauen. Sie tranken Wein und priesen die Götter aus Gold und Silber, aus Erz, Eisen, Holz und Stein.

 

Im selben Augenblick erschienen Finger einer Menschenhand, die schrieben gegenüber dem Leuchter auf die getünchte Wand des königlichen Palastes eine wichtige Botschaft. Als der König diese schreibende Hand sah, verfärbte sich sein Gesicht und seine Gedanken erschreckten ihn und alle Kraft wich aus seinen Gliedern und seine Knie schlotterten.“

 

Welche Gedanken erschraken den König so sehr? Woran wurde er erinnert? Er wusste wohl sehr gut von den wundervollen Erfahrungen seines Vaters, Nebukadnezar, die dieser mit dem allmächtigen Gott gemacht hatte. Sie waren alle aufgeschrieben und im ganzen Reich publik gemacht worden. (Nachzulesen im Daniel Kap.1 - 4) Plötzlich, als er die Hand an der Wand schreiben sah, wurde ihm bewusst, dass er sich gegen diesen allmächtigen Gott versündigt hatte, wie einst auch sein Vater; diesmal, indem er die Gefäße aus dem Tempel des wahren Gottes zur Huldigung der verschiedenen Götzen benutzt hatte. Das bestätigte ihm auch der dazu gerufene Daniel. Er erklärte dem König die Deutung der Schrift, die die Hand auf die Wand geschrieben hatte. Er sagte:

 

„So lautet aber die Schrift, die geschrieben steht: »Mene, mene, tekel upharsin!« Und das ist die Bedeutung des Spruches: » (…) Du bist auf einer Waage gewogen und zu leicht erfunden worden! (…) In derselben Nacht wurde Belsazar, der König der Chaldäer, umgebracht“ (Dan 5,25-30) Das große Reich Babylon war für immer gefallen.

 

Schlussfolgerung: Die Ursache des Falles Babylons war die Vermischung des Göttlichen mit dem Heidnischen. Diese „Vermischung“ ist also die Definition des Begriffs „Babylon“. Sie ist das Symbol für das geistliche Babylon in der zweiten Engelsbotschaft der Offenbarung Johannes, die vom gefallenen Babylon spricht. Aus dieser religiös-geistlichen  Unzucht - der Vermischung - soll das Volk Gottes heraustreten – sich davon trennen. Der Unzucht fernbleiben, d. h. gleichzeitig mehrere Götter zum Herrn haben und ihnen dienen. Das erste Gebot, des Moralgesetzes, verbietet es. „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!“ (2 Mose 20,3)

 

Jedes Kind Gottes soll ernsthaft überprüfen, ob in seinen religiösen Praktiken eine solche Vermischung besteht. Hier einige Beispiele der Vermischung, die jeder Suchende in den verschiedenen Lexika und im Internet überprüfen kann. Sonntag - ursprünglich Tag des Sonnengottes wird zum Tag der Auferstehung Jesu Christi umgedeutet. Weihnachten, einschließend Silvester, Feier der Geburt des Sonnengottes, wird zur Feier der Geburt Jesu. Ostern, die Feier der Göttin Ostera, eine Göttin der Fruchtbarkeit und der Erotik, wird mit dem Pascha, d. h. mit einer Feier der Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi vermischt. Das Kreuz – ein magisches Symbol im Sonnenkult – wird zum Zeichen der Christen. Der Tag der  Halloween, das spiritistische Fest des Samhains, des Herrn der Toten. Hier werden verschiedene heidnische Götter durch die Heiligen der Bibel ersetzt. Und vieles mehr.

 

3.Teil

Ein besonders gefährliches Verfahren ist es, den wahren Christus mit einem Gefälschten zu vermischen. In den okkulten und mystischen Praktiken zeigt sich Satan den Menschen als Christus selbst. In meditativen Übungen spricht er sogar einzelne Personen direkt und persönlich an, führt mit ihnen Gespräche, umarmt sie sogar usw. Solche spirituale Begegnung mit dem angeblichen Christus hat eine enorm große Wirkung mit dem Ziel der Einführung einer s. g. „Neuen Theologie“, in der auch behauptet wird, es gebe keine absolute Wahrheit – alle Kirchen haben nur einen Teil der Wahrheit. Mit dieser Behauptung ist die Ökumene legitim. Zu dieser Vermischung gehören auch religiöse Lieder der Popmusik, mit dem ständigen Wiederholen des ehrenvollen Namens „Jesus“.

 

Es ist wichtig zu betonen, dass die Aufforderung des Engels: „Gehet aus mein Volk“ nicht mit einer Klausel ergänzt wird, dass das Auszugehen nur in dem Fall gilt, wenn diese Vermischung persönlich anerkannt oder wahrgenommen wird. Die Äußerung: „Ich sehe es nicht so!“ löscht die Wahrheit über das heutige Babylon nicht aus.

 

 Eine extra Untersuchung erfordert die obige Aussage: „Du bist auf einer Waage gewogen und zu leicht erfunden worden!“ Die früheren Waagen hatten zwei Schalen: Auf die Eine wurde das zu wiegende Material gelegt, auf die andere ein bekanntes Gegengewicht. Im Falle des oben betrachteten Ereignisses im königlichen Palast wurde die Vermischung des göttlichen mit dem heidnischen auf eine Schale gelegt; auf die andere die Erfahrung der Babylonier mit dem allmächtigen Gott Daniels. Nach diesem Wiegen ihrer Handlungsweise auf der göttlichen Waage des Gerichts waren die Babylonier ohne Entschuldigung.

 Es besteht die Frage: „Warum hat Gott nicht schon früher die Babylonier „gewogen“, z. B. zur Zeit Nebukadnezars? Warum erst, als es zu spät war?“ Hier hilft die Analyse der Definition des Waltens Gottes im Psalm 89,15: „Recht und Gerechtigkeit (Gericht) sind die Grundfeste deines Thrones, Gnade und Wahrheit gehen vor deinem Angesicht her.“ (Schl)

 

 Dieses Walten Gottes ist im Falle Adams und Evas anschaulich dargestellt. (1 Mo. Kap. 3) Zuerst gab Gott den Beiden ein Gesetz: das Verbot von dem Baum der Erkenntnis zu essen mit dem Hinweis, im Falle einer Missachtung am selben Tag sterben zu müssen. Als sie dann doch von diesem Baum gegessen hatten, stellte Gott sie vorerst vor Sein Gericht, obwohl sie eigentlich gleich hätten sterben müssen.

 

Nach dem obigen Vers gehört es zum Walten Gottes, dass Seine Gnade vor Seinem Angesicht hergeht. Es ist jedoch keine unendliche Gnade. Gott gibt dem zum Tode verurteilten Menschen eine Gnadenfrist, damit dieser die Wahrheit erkennen kann, um danach den Abstand zur Sünde entscheidend aufrecht zu halten.

 

So handelte Gott auch mit König Nebukadnezar. Obwohl auch er Götzendienst getrieben hatte, ist er nicht beim ersten Mal am selben Tag des Vergehens gestorben. In den wunderbaren Erlebnissen hatte er die Möglichkeit, den wahren Gott erst einmal kennen und anerkennen zu lernen. Jedoch sein Sohn, König Belsazar, und alle die mit ihm im Palast Anwesenden, die mit ihm an diesem Gerichtstag den verschiedenen Götzen huldigten, kannten alle die Erfahrungen seines Vaters, die er mit Gott gemacht hatte. Sie hatten keine Entschuldigung für ihr Verhalten. An jenem Tag war für den König Babylons und seinen Großen die Gnadenzeit Gottes abgelaufen. Am selben Tag starb der König und das große und mächtige babylonische Reich war für immer gefallen.

 

Die gegenwärtige Botschaft des dritten Engels

Diese Botschaft besteht inhaltlich aus zwei Teilen.

 

„Und ein dritter Engel folgte ihnen und sprach mit lauter Stimme: Wenn jemand das Tier und sein Bild anbetet und ein Malzeichen annimmt an seine Stirn oder an seine Hand, so wird auch er trinken vom Wein des Grimmes Gottes, der unvermischt im Kelch seines Zornes bereitet ist; und er wird mit Feuer und Schwefel gequält werden vor den heiligen Engeln und vor dem Lamm. Und der Rauch ihrer Qual steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit; und sie haben keine Ruhe Tag und Nacht, die das Tier und sein Bild anbeten, und wenn jemand das Malzeichen seines Namens annimmt.“ Of 14,9-11

 

1.Teil:

Im Kontext der biblischen Prophetie ist unter einem Tier eine politische Macht zu verstehen. (Siehe auch im Buch Daniel ab siebtem Kapitel.) Dieses hier erwähnte Tier wird angebetet; dementsprechend muss es sich um eine religiös-politische Macht handeln. Über so ein Tier berichtet das vorherige 13. Kapitel der Offenbarung.

 

„Und ich sah aus dem Meer ein Tier aufsteigen, das zehn Hörner und sieben Köpfe hatte, und auf seinen Hörnern zehn Diademe, und auf seinen Köpfen Namen der Lästerung.“

 

(1.Vers) Es handelt sich also um eine Macht die Gott lästert. Über ein weiteres Zeichen dieser Macht (das schreckliche Tier, das auch in Dan 7 beschrieben wird) ist zu lesen: „Und er wird Worte reden gegen den Höchsten (…) und er wird danach trachten, Festzeiten und Gesetz zu ändern.“ Dan 7,25

 

Diese Macht lästerte Gott, indem sie Seine Gebote abänderte und einen falschen Gottesdienst einführte. Die einzelnen Änderungen sind Malzeichen seiner Macht. Besonders auffallend ist die Verehrung des Kreuzes, dass täglich überall zu sehen ist – auf öffentlichen Plätzen, an Straßen und Wegen, an und in zahlreichen Gebäuden, auf Gegenständen und bei Menschen, die es tragen und ehren. Auch der Sonntag bildet als Feiertag ein fortwährendes auffälliges Malzeichen dieses Ranges.

 

Diese Gegenstände der Anbetung  in das Christentum einzulassen war nur möglich, weil diese Macht das Moralgesetz Gottes, besonders das zweite Gebot beseitigte und das vierte abänderte. Jede Anerkennung der eingeführten Gegenstände gleicht dem vom Engel verbotenen Annehmen des Malzeichens auf die Stirn oder die Hand. Weil das Moralgesetz die grundlegende Konstitution der Herrschaft Gottes ist, die den Frieden und die soziale Gerechtigkeit sichert, lässt Er das harte Vorgehen verkündigen gegen alle die es missachten, verletzen oder abändern.

 

2.Teil:

Als Gegenstück zu dem verbotenen Malzeichen des Tieres weist die Bibel auf ein Malzeichen Gottes hin, das Seine Kinder tragen sollen.

 

„Und dies ist das Gesetz mit den Satzungen und Verordnungen, die der HERR, euer Gott, geboten hat. (...) Diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen (...) Und du sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sie sollen dir ein Merkzeichen / Malzeichen zwischen deinen Augen sein.“ 5.Mo 6,1a.6-8)

 

Mit anderen Worten – sich bewusst (Stirn) entscheiden für den Gehorsam zu dem Gesetz Gottes sowie auch handeln (Hand) nach den Ordnungen dieses Gesetzes.

 

Jeder Mensch wird vor die Wahl gestellt, entweder den Gesetzen und Anordnungen Gottes oder denen des Tieres zu folgen. Es gibt Menschen, die die fremde Anbetung aus Überzeugung praktizieren – sie nehmen dieses Zeichen an die Stirn und Hand. Doch die meisten Menschen nehmen die Gebräuche Babylons nur an die Hand ohne nachzudenken, nur weil sie so anziehend und berauschend sind.

 

 Die Botschaften der drei Engel aus Offenbarung 14 weisen einen progressiven Charakter auf. Der erste Engel warnt nur. Der zweite Engel weist außer der Warnung noch auf die Plagen hin, die man bei Nichtverlassen Babylons ertragen müsste. Der dritte Engel warnt nicht nur, er droht mit den schlimmsten Konsequenzen.

 

Diese drei Warnungen führen die Welt in eine ernste Zeit der Entscheidung – in die Endzeit, in dem ein Gericht über das Volk Gottes verläuft, das mit dem Ende der Gnadenzeit seinen Höhepunkt erreichen wird.

 

Schlusswort:

 Die Botschaft der drei Engel schließen mit den Versen 12 und 13 der Offenbarung 14 ab. Sie sind weder leicht zu verstehen noch zu akzeptieren. Der 12. Vers spricht von drei verschiedenen Früchten, die diese Botschaft der drei Engel bei denen brachte, die sie verstanden und beherzigten. Dort heißt es: „Hier ist die Geduld (das Ausharren) der Heiligen, welche die Gebote Gottes und den Glauben Jesu bewahren.“ Offb.14,12 (Elb.).

 

 Was das Zusammenleben der Menschen besonders gefährdet, ist zum einen die fehlende Geduld. Die meisten Missverständnisse, Reibereien, Stress usw. sind die schlimmen Folgen der Ungeduld, die den Menschen von heute überall und in jeder Hinsicht zu eigen ist. Man könnte sagen, dass Ungeduld die Mutter der Auseinandersetzungen ist.

 

 Auch für das Bewahren der Gebote Gottes wird bei den gläubigen Menschen viel Geduld benötigt. Obwohl sie durch die allgemeine Degeneration ihres Gemüts sehr geschwächte Wesen geworden sind, bringen sie doch Früchte des Gehorsams nach dem Willen Gottes.

 

Die dritte Frucht dieser Botschaft ist das Bewahren des Glaubens Jesu Christi. In anderen Übersetzungen heißt es: Sie haben den Glauben an Jesus. Aus dem griechischen Grundtext bestehen beide Möglichkeiten der Übersetzung. Jedoch an Jesus als den Sohn Gottes oder als historische Gestalt glauben außer den Christen auch andere Menschen, sogar die Teufel. Jak 2,19

 

Den Glauben Jesu zu bewahren, bedeutet weitaus mehr, nämlich solchen Glauben zu haben wie der Herr Jesus während seines Erdenlebens hatte. Diesen Glauben Jesu kann man studieren in seinem Leben, seinem Charakter, seinen Wundertaten, in seinem Widerstand gegenüber den Anfechtungen Satans und in seiner Treue gegenüber seinem himmlischen Vater, sowie in seinem Gehorsam bis zum Opfertod auf Golgatha. Solchen Glauben werden alle diejenigen haben, die mit allem Ernst und mit Gottes Hilfe diese Engelsbotschaft beherzigen.

 

Den Anweisungen der Dreifachen Engelsbotschaft, mit deren Verkündigung in den Jahren 1830 begonnen worden war, sind die Kinder Gottes verpflichtet heute ebenso treu zu folgen. Der erste Engel führt durch die aktuellen Prophetien zur Erweckung aus dem Alltag der Glaubens-Apathie. Der zweite Engel führt zur Absonderung von den heidnischen Praktiken. Schließlich führt der dritte Engel zum treuen Leben nach den Geboten Gottes und zum Ausharren in Versuchungen mit Geduld im Glauben Jesu. Er führt alle, die sich täglich von Jesus im Charakter reinigen und prägen lassen zur Heiligung und zur Versiegelung für die neue Erde.

 

 Für diese Menschen aus der Zeit des Endes, die diese Charaktereigenschaften aufweisen und pflegen, erklingt aus dem Himmel ein ermutigendes Versprechen: „Und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel sagen: Schreibe: Glückselig die Toten, die von jetzt an im Herrn sterben! Ja, spricht der Geist, damit sie ruhen von ihren Mühen, denn ihre Werke folgen ihnen nach.“ Offb.14,13 (Elb.)

 

Diese treuen Gläubigen können mit dem Apostel Paulus sagen: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt. Von nun an liegt für mich die Krone der Gerechtigkeit bereit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag zuerkennen wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung liebgewonnen haben.“ 2.Tim 4,7.9