An ihren Früchten werden sie erkannt!

In den Versen des Matthäus Evangeliums 7,15-17 und der Apostelgeschichte 17,11 kommen folgende Warnungen und Anweisungen vor: „Hütet euch vor den falschen Propheten und prüft das, was ihr gehört habt.“ Unter „Propheten“ sind auch Lehrer zu verstehen. (2 Pe 2,1)

 

Ein sechs Tausend Jahre altes Problem, das das Volk Gottes dauernd begleitet. Der erste falsche Prophet auf Erden, war die Schlange im Paradies. Eigentlich war es Satan, der diese Schlange als Medium benutzt hat. Hier ist zu beachten, dass dieses Medium sehr schön und interessant war. Diese Art von Medium hat sich der schlaue Satan am meisten bedient. Darum heißt es: „Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen! Inwendig aber sind sie reißende Wölfe!“ Mt 7,15

 

Jemand, der eine „milde Speise“ bringt, der den Zuhörern aus dem Herzen spricht und das spricht, was ihnen die Ohren kitzelt, wird in der Regel nicht geprüft. Kommt aber jemand mit einem ernsten Gesicht und mit „fester Speise“ die schwer zu verdauen ist, und zu Änderungen auffordert, dann wird Dieser sofort „unter die Lupe“ genommen.

 

Wie wird solch ein unerwünschte „Prophet“ geprüft? Man greift zum Telefon und ruft überall an. Fragen und Antworten laufen dann in vollem Gange. Wenn keine negativen Informationen aus dem Leben des Geprüften vorhanden sind, pflegt man solche zu finden wie z.B: Die Geistlichkeit schmähte Jesus wegen seiner Herkunft aus der verdorbenen Stadt Nazareth. Zudem bezichtigten sie Ihn, ein Spiritist zu sein da Er Dämonen als Mitarbeiter haben sollte (Mk 3,22) und ein Kneipenbummler sei. (Joh.1,47; Mt.12,24; Mt.11,19); Die ersten Christen wurden als Sektierer bezeichnet. (Apg 24,5; 28,22); der tschechische Reformator, Jan Hus, als Teufel selbst. Es ist gut zu wissen, dass die Propheten in ihrer Vaterstadt und ihrem Hause verachtet waren (Mk 6,4).

 

Entspricht eine solche unehrliche Vorgehensweise der Aufforderung des Herrn Jesus, die „Propheten“ zu prüfen?

 

Bei der allgemeinen Bewertung der Menschen wird folgender Text zitiert: „Keiner ist gerecht auch nicht einer; keiner ist verständig, keiner fragt nach Gott. Sie alle sind abgewi-chen, allesamt verderbt. Keiner ist da, der Gutes tut, auch nicht einer.“ (Rö 3,10-12)

 

Einerseits wird wiederholt betont, dass kein Mensch ohne Sünde ist, andererseits wird von einem Propheten verlangt, makellos zu sein! Was für ein verbreitetes Paradox.

 

Einpaar Beispiele aus der Bibel, die über die Wahl eines Propheten, zum Nachdenken anregen: War der Prophet Jona etwa makellos? Mit der Botschaft für die Menschen in Ninive sollte er ihr Leben retten, hatte jedoch an deren Rettung gar kein Interesse. (Jon 1,2.3) Erst durch den Duck seitens Gotts, brachte er den Menschen in Ninive bei, was auf sie wartet. Später nahm er einen günstigen Platz a oberhalb der Stadt ein, um zu sehen, wie die Menschen in Ninive, im göttlichen Feuer schmoren würden. (Jon 4,5) Als dieses Unheil nicht eintraf, murrte er gegen Gott. Er meinte sein Gesicht verloren zu haben und sah sich als falscher Prophet blamiert, denn seine Vorhersage war nicht eingetroffen. (Jon 4,1-3) Waren dies wohl edle Züge seines Charakters?

 

Oder Bileam, der heidnische Priester. Gott gab dem heidnischen unlauteren und zwiespältigen Seher und Geister-Beschwörer Visionen (Jos. 13,22; 2 Pe 2,15; Juda11; Offb 2,14), verbunden mit Segnungen über Sein Volk bis in die Zeit des Endes. Bileam weissagte auch über den kommenden Messias, Jesus Christus. (4 Mo 24,14-16) Was? Ja! Das war ein heidnischer Priester den Gott für Sein Plan benutzt hat.

 

Oder auch Judas, der Jünger Jesu, der mit anderen Jüngern missionierte und Wunder tat, wurde zum größten Verräter des Herrn Jesus. (Mt 10,1-8; Lu 9,10) War er eine gute Visitenkarte für das Werk des Herrn Jesu und Sein Team?

 

Auch viele andere waren mit mehr oder weniger Makeln belastete „Propheten“. Trotzdem hatte Gott diese Männer als seine Werkzeuge erwählt. Nach dem populären Maß „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ hätten sie keine Chance als Propheten anerkannt zu werden. Wie ist also dieser Grundsatz Jesu über die falschen Propheten richtig zu verstehen, dass „Ihr werdet sie nach den Früchten erkennen.“? Ein anschauliches Beispiel dürfte dabei helfen.

 

„Wo gibt es einen guten Bäcker?“ fragte einer. „Hier, um die Ecke. Aber Vorsicht! Dieser Bäcker hat eine Affäre; er war mal eingesperrt; er ist ein unverbesserlicher Verkehrssünder; er spricht kein gutes Deutsch.“ „Entschuldigung, aber ich fragte nicht nach einer guten Persönlichkeit; ich suche einen Bäcker, der gutes Brot backt!“

 

Man sucht Früchte eines Propheten und nicht eines Menschen!

 

Was sind denn dann die Früchte eines echten Propheten, um sie zu erkennen? „Zum Gesetz und zum Zeugnis! Wenn sie nicht nach diesem Worte sprechen, so gibt es für sie keine Morgenröte“, heiß es im Jesaja 8:20. Mit anderen Worten: Führt der Prophet seine Zuhörer zur biblischen Reue, Buße und Umkehr? Wenn ja, dann ist er ein echter „Prophet“.

 

Wie sehen Früchte eines falschen Propheten aus? Zum Beispiel: Spricht ein „Prophet“ mit vielen schmeichelnden Worten, nach dem Herzenswunsch der Zuhörer und nach dem, was ihre Ohren zu hören wünschen, dann handelt es sich um einen falschen Propheten.

 

„Denn es kommt eine Zeit, da werden die Leute die gesunde Lehre unerträglich finden und sich immer neue Lehrer nach ihrem Geschmack suchen, weil sie hören wollen, was ihren Ohren kitzelt.“ (2 Tim 4,3 /Albrecht)

 

Besonderes bei einem „Zuckergussevangelium“ wird Vorsicht geboten! Es könnte sich um einen falschen Propheten handeln, der die Gläubigen von der Wahrheit Gottes wegführt. (2 Tim 4,3.4) Ein falscher Prophet kann einen trügerischen, guten Eindruck machen; er ist freundlich und lieblich. Er verkündet: „Friede, Freude, Eierkuchen“. Er erfreut sich über viele zufriedene Zuhörer.

 

Für die Endzeit sind auch wahre „Propheten“ angekündigt! „Und nach diesem will ich meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, und eure Söhne und Töchter sollen weissagen, eure Alten sollen Träume haben, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen. Auch will ich zur selben Zeit über Knechte und Mägde meinen Geist ausgießen.“ (Joel 2,28.29 (3,1.2)

 

„Siehe, ich will euch senden den Propheten Elia, ehe der große und schreckliche Tag des HERRN kommt.“ (Mal 3,23)

 

Die Bibel spricht von Früh- und Spätregen. „Und ihr, Kinder Zions, freut euch und seid fröhlich im HERRN, eurem Gott, der euch gnädigen Regen gibt und euch herabsendet Frühregen und Spätregen wie zuvor.“ (Joel 2,23) Die Theologie deutet diese Weissagung auf die Ausgießung des heiligen Geistes in der Endzeit als den „Spätregen“, so wie es zuvor der „Frühregen“ war zur Zeit der Apostel zu Pfingsten. Dieser Geist Gottes soll neue Kraft spenden für die allerletzte Warnbotschaft, vor der Wiederkunft Jesu. Werden sich wohl auch diesmal, die Erfahrungen der Zungenrede und Wunderheilungen die zur Zeit der Pfingsten stattfanden wiederholen?

 

Um dies zu verhindern, hat Satan schon vorher eine schlaue Taktik gestartet. Er weckte falsche Propheten, mit einem negativen Personenbild auf. Sie sprechen in „Zungen“, tun Wunder und bringen die Zuhörer in eine charismatische Verzückung. Bei den unbedachten Christen, zeigte diese Taktik immer gute Wirkung. Wenn dann die wahren Propheten kommen, werden sie als falsche eingestuft, sogar zunichte gemacht.

 

Wenn eine besondere, ungewöhnliche Botschaft erklingt, soll unsere allererste Reaktion sein, es könnte sich um eine von Gott gewollte echte Botschaft handeln. Denn es besteht eine große Gefahr, das Göttliche als Satanisches zu bezeichnen.

 

„Propheten aber lasst zwei oder drei reden, und die anderen lasst urteilen.“ (1 Kor14, 29) Diese Bibelstelle besagt, dass auch die Botschaft eines echten Propheten geprüft werden soll! „Sie (Beröer) nahmen das Wort sehr willig auf und forschten täglich in der Schrift, um sich zu überzeugen, ob das, was sie gehört, damit auch wirklich übereinstimme.“ (Apg 17,11/Alb.)

 

Wenn ein echter und redlicher „Prophet“ kommt, der zum Gesetz und zu den Zeugnissen führt, ist es offensichtlich, dass, wenn er gleichzeitig ein vorbildliches Leben nachweist und man in seiner Sprache Liebe und Offenheit spürt, das seine Aufrufe überzeugender und kraftvoller wirken. Dies ist jedoch nur ein Vorteil, nicht das Maßstab.

 

Warum lässt Gott Irrlehren zu? Er schickt sie sogar! (2 Tess 2,11)

 

Dass unter Gottes Volk oft keine Lehrstreitigkeit und kein Aufruhr ist, sollte nicht als schlüssiger Beweis dafür betrachtet werden, dass es an der rechten Lehre festhält. Es ist viel mehr zu befürchten, dass nicht klar zwischen Wahrheit und Irrtum unterscheiden wird.

 

Wenn keine Fragen durch das Studium der Schriften aufkommen, wenn sich keine Meinungsverschiedenheiten ergeben, durch die Menschen veranlasst werden, selbst die Bibel zu studieren, um sicher zu gehen, dass sie die Wahrheit verstehen, so wird es wie früher Viele geben, die an den Traditionen festhalten und nicht wissen, was sie eigentlich glauben und anbeten.

 

Auch das ist zu beachten: Es waren Boten Gottes, die nur für kurze Zeit beauftragt wurden, eine bestimmte Botschaft zu vermitteln, z.B.: Der heidnische Wahrsager Bileam, wie auch der Prophet Jona, waren nur einige Tage im Dienste Gottes tätig. (4 Mose Kap.22; Jona 3,4) Nach Erfüllung ihrer Aufgabe verschwanden sie von der Bildfläche. Hier heißt es nicht: „Einmal Prophet, für immer Prophet.“

 

Gott hatte für jede Zeit eine gegenwärtige, wichtige Botschaft, die der jeweiligen Situation entsprach. Auch für die letzte Generation liegt bereits ein Liebesbrief Gottes bereit, den Er durch seinen Boten austragen wird - die allerletzte Gnadenbotschaft „bevor der Große Tag des Herrn kommt“. (Offenbarung 14,6-13; 18,1-5)

 

Würden wir uns dann Mühe machen, eine solche Botschaft richtig zu erkennen? Eine Botschaft die nicht als „Zuckergussevangelium“ erklingen wird? Ein Evangelium, das zum letzten Mal zur Reue, Buße und Umkehr auffordern wird!

 

Vor der Wiederkunft Jesu auf unseren Planet Erde, kommen die letzten, wahren Propheten, mit lauten Ruf der letzten Botschaft Gottes, angepasst an die aktuellen Bedürfnissen zur Heiligung Seines Volkes. Werden wir dann bereit sein, nach solcher Erkenntnis unser Leben ändern zu wollen oder bezeichnen wir lieber solche Bote als falsche Propheten um weiter im „Seeligenruhe“ zu schlafen?

 

Gott will uns auch bei diesem letzten Abschnitt, im Kampf um die Krone des Lebens, helfen. Möge Er uns von einer großen Tragödie bewahren, das Göttliche als Satanisches oder das Satanische als Göttliches zu bezeichnen; den wahren Prophet mit einem falschen zu verwechseln. Das könnte uns das ewige Leben kosten!

 

„Zum Gesetz und zum Zeugnis!“

 

Diese Richtschnur gilt immer und für alle Fälle. Sie ist entscheidend und muss immer angelegt werden, wenn eine wahre, von Gott gewollte Botschaft, erkannt und angenommen werden soll!